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Als Steffen Bosch am 05. September 2007 offiziell bei den Schläfern vom Neckar vorgestellt wurde, ahnte noch keiner, wie wichtig er für den Tübinger Klub werden sollte. Es war klar, dass das Management der Schläfer auf dem legendären Tübinger Freiplatz am Feuerhägle einen echten Fighter für sich gewinnen konnten. Dass Boscho, wie er von den meisten genannt wird, eine solch positive Entwicklung nehmen sollte, hätten man sich aber nicht erträumen lassen. Dabei muss man anmerken, dass dies nicht nur für seinen Einsatz auf dem Spielfeld gilt. Boscho ist mitverantwortlich für den überarbeiteten Online-Auftritt der Schläfer vom Neckar. Und auch bei den Pflichtaufgaben, die sich im Laufe einer Saison anhäufen, war er immer sehr hilfsbereit und zuverlässig. Wenn auf jemanden Verlass ist, dann auf Boscho! Zurecht wurde er von den Experten zum wertvollsten Spieler der Saison 2010/2011 gewählt. Für schwaben-basketball.de stand er nun für ein ausführliches Interview bereit.


Boscho, herzlichen Glückwunsch zu deiner Auszeichnung als wertvollster Spieler. Was sagst du zu deiner Auszeichnung?

 

Ich möchte mich natürlich bei allen die mich gewählt haben sehr herzlich bedanken. Nichts desto trotz spielt man immer nur so gut wie seine Mitspieler und um richtig guten Basketball zu spielen, braucht man immer fünf starke Leute auf dem Platz, die als geschlossene und homogene Einheit auftreten. Ich denke das war immer das Credo der Schläfer, dass wir nicht den einen „Star“ oder ähnliches hatten, sondern immer als Team gut funktioniert haben (in seltenen Fälle auch nicht so gut (lacht) ). Klar gibt es unterschiedliche Spielertypen, der eine kann besser scoren, der andere besser verteidigen, rebounden, stealen oder blocken. In der Summe bringt jeder eben seine Fähigkeiten in unser Spiel mit ein, so dass sicherlich auch der eine oder andere aus unserem Team diesen Titel verdient gehabt hätte. Trotzdem freue ich mich natürlich gewählt worden zu sein und ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, dass mir die Auszeichnung nichts bedeuten würde. Vielen Dank nochmal an alle.

 

Wie wichtig ist dir persönlich die Auszeichnung?

 

Wie bereits eingehend erwähnt, freue ich mich zwar über die Auszeichnung, hätte Sie jedoch gerne gegen Spiele in der Aufstiegsrunde eingetauscht. Schade das es diese Saison nicht geklappt hat.

 

Hättest du so eine Auszeichnung zu Beginn der Saison erwartet?

 

Ich wusste ja nicht einmal, dass es so eine Auszeichnung bei den Schläfern gibt, sonst hätte ich mich natürlich noch mehr angestrengt. Nein im Ernst, ich habe nie auf irgendwelche Statistiken oder persönliche Leistungen geschielt, sondern habe mich immer in den Dienst der Mannschaft gestellt. Ich habe versucht immer vollen Einsatz zu bringen und nie aufzugeben. Auch wenn ich der einen oder anderen Auszeit etwas lauter geworden bin, war das nie aus böser Absicht. Vielleicht wurde der kämpferische Einsatz, von dem einen oder anderen mit dieser Auszeichnung gewürdigt (lacht).

 

Wie viel von der Auszeichnung gehört auch dem Team?

 

Dazu habe ich bereits alles gesagt. Eigentlich ist der Award sinnlos ohne die gesamte Mannschaft, deshalb gebührt diese Auszeichnung allen.

 

Neben der Auszeichnung zum wertvollsten Spieler hast du sowohl bei der Wahl zum besten Offensivspieler als auch bei der Wahl zum besten Verteidiger der Saison jeweils den zweiten Platz erreicht. Was denkst du darüber?

 

Auch hier kann ich nur sagen, dass ich über die Jahre versucht habe mein Spiel ständig zu verbessern. Gerade in der Offensive war ich zu Karriereanfang bei den Schläfern oft limitiert. Ich habe versucht mein Offensivspiel variantenreicher zu gestalten und meine Position im Team optimal auszufüllen. Dies ist mir wohl diese Saison ganz gut gelungen. Die Chemie im Team war diese Saison auch irgendwie sehr gut, denn als Center-Spieler ist man sehr auf die Anspiele seiner Mitspieler abhängig. Also müssen folgerichtig auch diese besser gewesen sein, wie die Jahre zuvor.

 

Gibt es ein Spiel, an das du dich besonders gern erinnerst?


Ganz klar das Spiel gegen Derendingen in der Unihalle. Das war das beste Spiel seit ich im Trikot der Schläfer auflaufen dürfte. Da war ich sehr Stolz auf uns alle. Wir haben eine vom Spielermaterial her deutlich überlegene Mannschaft, fast in die Knie gezwungen. Wenn wir in jedem Spiel mit so eine Leidenschaft und Intensität aufgetreten wären, würden wir wohl schon längst in der Bezirksliga spielen.

 

Als weiteres grandioses Spiel fällt mir noch das Auswärtsspiel in Balingen ein, wo wir mit einer dezimierten Mannschaft gegen den mittlerweile feststehenden Landesligisten gewonnen haben. Das war so ein Tag, an dem wir als Team so verdammt gut waren.

 

Mein persönlicher Alptraum, war das Auswärtsspiel in Bempflingen, als ich schon vor Spielbeginn unfreiwillig die Korbanlage auf den Boden geholt habe. War in diesem Moment für alle Beteiligten sehr spaßig, hatte jedoch rechtliche Folgen, die ich Gott sei Dank abwenden konnte.

 

Wie zufrieden bist du mit dem diesjährigen Abschneiden der Schläfer?

 

Im Großen und Ganzen sehr zufrieden. Wir hatten großes Pech zwei Bezirksliga Absteiger in unsere Gruppe zu bekommen, die in meinen Augen beide in die Bezirks- oder sogar Landesliga gehören. Trotzdem haben wir in diesen Spielen (mit Ausnahme des ersten Saisonspiels) gezeigt, dass wir sehr gut mithalten können. Teilweise hätten wir sogar den Sieg verdient gehabt, aber Kleinigkeiten haben letztlich den Ausschlag gegeben. Vielleicht hat uns auch etwas die Breite im Kader oder die Größe gefehlt. Aber das ist Spekulation. Wir haben genügend Spiele gewonnen und teilweise auch guten Basketball gezeigt.

 

Für dich ist die Zeit als Schläfer vom Neckar aufgrund einer beruflichen Veränderung nun leider vorbei. Wie geht es für dich weiter?

 

Ja da blutet mir das Herz. Ich hätte gerne hier meine Basketballkarriere beendet. Es ist sehr sehr schade, dass ich nicht mehr bei den Schläfern spielen kann. Leider kann ich nicht ausschließlich vom Gehalt als Sportler leben. Mein Studium ist seit dem 18. April diesen Jahres beendet. Ich hatte das Glück gleich nach der Abgabe meiner Diplomarbeit einen Job mit einer super Perspektive zu finden, eben mit der Bedingung mich aus dem „Schwabenländle“ zu verabschieden. Aber so ist der Lauf der Dinge…

 

Uns kam zu Ohren, dass du in Gießen den Versuch starten wirst in einer höheren Liga zu spielen. Kannst du uns dazu schon mehr sagen?

 

Das wird sich zeigen. Vielleicht wird es auch wieder Kreisliga oder ähnliches, da ich zur Zeit ziemlich außer Form bin.

 

Was nimmst du aus deiner Zeit bei den Schläfern mit?

 

Ich habe hier nicht nur Basketball gespielt sondern auch viele Freunde gefunden. Wie bereits erwähnt bedaure ich es sehr, nicht mehr bei den Schläfern spielen zu können. Ich habe mich immer sehr wohl gefühlt und denke man hat das auch auf und abseits des Platzes gesehen.

 

Gibt es etwas, an das du dich besonders gerne erinnern wirst?

 

Da gibt es viele Dinge. Egal ob es das Freitag-Abend Training ist oder „Abenteuer-Umzüge“ a la Markus Küper, oder de vielen „Kehrers“ während den Spielen. Es waren schon einige kuriose und sehr witzige Dinger dabei. Ich werde diese Zeit immer in Erinnerung behalten.

 

Wirst du auch weiterhin die Ereignisse der Schläfer vom Neckar verfolgen?

 

Ja klar, bin ja schließlich ein Mitentwickler der Internetseite. Ich werde selbstverständlich die weitere Entwicklung im Auge behalten und wenn nötig beratend unterstützen (schmunzelt) .

 

Gibt es etwas, das du deinen Teamkameraden noch mit auf den Weg geben möchtest?

 

Bleibt so wie ihr seit und haltet weiterhin als Team zusammen. Vielleicht schafft ihr nächste Saison den Aufstieg. Ich wünsche jedem von euch persönlich, wie auch sportlich Alles Gute und hoffe dass wir uns demnächst mal wiedersehen.

 

PS: Wenn ihr mal einen Steuerberater oder ähnliches braucht, dann meldet euch bei mir (grinst).

 

Herzlichen Dank, Boscho, für das tolle Interview. Viel Erfolg auf deinem weiteren beruflichen und basketballerischen Weg.

 

 

 

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